Kanzlei-Änderungen durch Legal Tech – Wer sich nicht flexibilisiert, entfernt sich vom Markt!

Änderungen durch Legal Tech

Viele Anwälte sind innerlich einigermaßen gut gerüstet für einen neuen Erdrutsch.
Sie wissen spätestens seit der ersten relevanten Lockerung der Werbegesetze im März 1996, dass neue Markt-Möglichkeiten immer auch neue Zwänge bedeuten: Seit Anwälte werben durften, mussten sie werben, um nicht unterzugehen. Einfach, weil ihre Kollegen ebenfalls zu werben begannen.
Dieser „bedingte Zwang“ wiederholt sich derzeit hier:

Neue Mandantenansprüche
Mandanten sehen sich durch diese Marktentwicklung in vielen Details bestätigt. Was sie intuitiv seit Jahren einforderten, erhalten sie jetzt: Günstige, zügige, verständliche und auf den Fall zugeschnittene Rechtsberatung.
Momentan reagieren viele Anwälte auf diesen Kulturschock noch wie Kinder beim Versteckspiel: „Ich halte mir die Augen zu; dann bist du weg“.
Tatsächlich ist „Uns betrifft das nicht“ derzeit noch in Strategieworkshops die häufigste Reaktion der Anwälte, wenn sie erstmals über Legal Tech erfahren. Diese Reaktion hat Geschichte:
Durch das unangefochtene Rechtsberatungsmonopol der Anwaltschaft sowie durch die Jahrhundertealte Vorstellung, der Mandant müsse physisch zum Anwalt kommen und sei dessen Regeln und Können vollkommen unterworfen, wähnten sich Anwälte lange in einer gewissen geschäftlichen Sicherheit.
Diese wird gerade durch weiter gestiegene Mandantenansprüche angegriffen – und muss nun neu gewonnen werden.

Neue Qualität:
Wer sich abheben will von nichtanwaltlichen „Rechtsberatern“, hat gute Karten durch Fachanwaltstitel, Publikationen, ständig aktualisierte Inhalte auf seiner Webseite und durch die derzeit frisch projektierte Fortbildungspflicht1 für alle Anwälte: „Durch Fortbildung machen Anwälte ihre Qualität auch nach außen sichtbar. Sie heben sich gerade in Zeiten von Legal Tech und zunehmender Technisierung vom Mitbewerb, besonders natürlich vom nichtanwaltlichen Wettbewerb ab.“.
Das sagt Rechtsanwältin Anke Haug (Geschäftsführerin der im Oktober 2015 gegründeten „www.advoknowhaug.de“, einer Gesellschaft für anwaltliche Fachfortbildungen) im Telefoninterview mit der Autorin am 23. September 2016. Besonders vor dem Hintergrund der Bundestags-Druck¬sache 18/9521 vom 05.09.2016 „Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie und zur Änderung weiterer Vorschriften im Bereich der rechtsberatenden Berufe“. Im Entwurf ist von Stichproben-Überprüfung durch die zuständige RAK die Rede sowie von einem Bußgeld bis 2000 Euro bei Nicht-Einhaltung der Fortbildungspflicht von angedachten 40 Zeitstunden pro Jahr.

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